Haselnuss, Hopfen, Karamell. Fast keine Säure, sehr viel Körper.
Herkunft
Dieser Kaffee wächst an der Malabar-Küste im Südwesten Indiens, in Kerala und Karnataka, meist im Schatten von Pfeffer-, Kardamom- und Betelnussbäumen. Er kommt nicht von einem einzelnen Hof, sondern von vielen Kleinbauern der Region; die Varietäten Kent, Catimor und Selection 9 laufen zusammen in ein Lot. Geerntet wird zwischen Oktober und Februar — unser Lot ist die Ernte 2025/26.
Das Besondere passiert danach, und es heißt Monsooning. Der getrocknete Rohkaffee wird in offene, gut belüftete Lagerhallen direkt an der Küste gebracht, und zwar genau dann, wenn der Südwestmonsun einsetzt. Wochenlang zieht feuchte, salzige Luft durch die Bohnen. Sie nehmen Feuchtigkeit auf, quellen deutlich auf und verlieren ihre grüne Farbe — am Ende sind sie blassgold und fast doppelt so groß. Dazwischen werden sie immer wieder umgeschichtet und neu abgesackt, damit nichts schimmelt.
Der Ursprung dieses Verfahrens ist ein Zufall: Auf der monatelangen Schiffsreise um das Kap nach Europa lag der Kaffee im feuchten Laderaum und kam verändert an — milder, schwerer, würziger. Als die Reisezeit mit dem Suezkanal und dem Dampfschiff zusammenschrumpfte, fehlte dieser Charakter plötzlich. Also hat man ihn nachgebaut. Monsooned Malabar ist damit einer der wenigen Kaffees, deren Geschmack aus der Logistik entstanden ist.
In der Tasse
Sehr schwerer, sämiger Körper und praktisch keine Säure — das Monsooning baut sie fast vollständig ab. Vorn Haselnuss und Karamell, dahinter eine holzig-harzige Note, die man als Hopfen liest; im Rohkaffee-Datenblatt heißt sie Zeder und Sandelholz. Gemeint ist dasselbe. Dazu eine dichte, langanhaltende Crema.
Das ist kein Kaffee für Leute, die Frucht und Lebendigkeit suchen. Es ist der Kaffee für alle, denen andere Espressi zu sauer sind, und für alle, die einmal etwas trinken wollen, das nach nichts anderem schmeckt.
So gelingt er
Siebträger · 18 g in, 36 g raus, 28 bis 30 Sekunden, 91 °C — die aufgequollenen Bohnen sind weich und mahlen leicht zu fein, also lieber einen Schritt gröber starten
Vollautomat · gröbere Mahlstufe als gewohnt, hohe Kaffeestärke
French Press · 60 g pro Liter, 4 Minuten, grob gemahlen
Handfilter · funktioniert, wird aber dünn — der Körper ist hier die Stärke, nicht die Klarheit
In Milch bleibt er unerschütterlich stehen: ein Cappuccino mit diesem Kaffee schmeckt noch nach Kaffee, wenn andere längst untergegangen sind.
Eigenschaften
| Herkunft | Malabar-Küste, Südwest-Indien |
| Aufbereitung | Monsooned — Reifung im feuchten Monsunwind |
| Varietät | Kent, Catimor, Selection 9 |
| Qualität | Monsooned Malabar AA, Screen 16/17 |
| Ernte | 2025/26, gepflückt zwischen Oktober und Februar |
| Erzeuger | Kleinbauern der Malabar-Region |
| Geeignet für | Siebträger, Vollautomat, French Press |
| Packungen | 250 g, 500 g, 1000 g |
Wir rösten nach Bestelleingang und versenden innerhalb von zwei Werktagen. Ganze Bohne hält am längsten — gemahlener Kaffee verliert schon nach zwei bis drei Wochen deutlich an Aroma.